Geschichte

Allgemeine Nachrichten berichtet seit 1870 unabhängig, überparteilich und ehrlich über das Weltgeschehen. Im Juni 2011 verlegte die Redaktion die Zeitung ins Internet, seitdem sind die gedruckten Ausgaben im Wert so angestiegen, dass unser Zeitungsarchivar Friedrich von Sinn nur noch auf seiner Yacht in der Karibik erreicht werden kann.

Die Geschichte der Allgemeine Nachrichten begann 1870 in Berlin. Herausgeber und Verleger Wilhelm Satyricon war über die Berichterstattung zum Deutsch-Französischen Krieg so entsetzt, dass er selbst eine Zeitung gründete, um den Menschen in Preussen die wahre Geschichte des glorifizierten Krieges täglich zu berichten. Innerhalb weniger Wochen stieg die Auflage der Allgemeine Nachrichten auf 3,2 Millionen. Die kompromisslose Berichterstattung zu den Ereignissen der Zeit gefiel im Kaiserreich nicht allen. So musste der Herausgeber zahlreiche Prozesse bestreiten, die insbesondere unter Wilhelm dem  II. deutlich zunahmen. Die Zeitung weigerte sich beharrlich, die Jubelberichterstattung der Hauptstadtpresse zur Monarchie zu teilen und galt daher bald als ein Blatt unbelehrbarer Revoluzzer. Zahlreiche Verbote und Zensurmaßnahmen erschwerten den Redaktionsalltag im Kontor. So wurden bei den Redaktionsfahrzeugen mehrfach die Reifen zerstochen, um die Auslieferung der Zeitung zu verhindern. Die Versuche liefen ins Leere, da die Fahrzeuge noch auf Vollgummireifen standen.

In der bewegten Weimarer Republik ging es für die Zeitung weiter bergauf, die politische Realität dieser Zeit gab so viel Stoff für die Berichterstattung, dass der Umfang der Zeitung deutlich zunahm. Zeitungen aus der gesamten Republik übernahmen die politische Berichterstattung der Allgemeine Nachrichten. Mittlerweile hatte die Zeitung Correspondenten in allen internationalen Hauptstädten eingesetzt. Aufgrund dieser Internationalität bei gleichzeitig distanziert-kritischer Berichterstattung kann die Zeitung als ein Vorreiter der modernen Medien gelten. So experimentierte man bereits in den 20ern mit Filmboxen, die den Zeitungen beigelegt wurden. Aufgrund mangelnder Wiedergabemöglichkeiten in privaten Haushalten musste die Filmbeilage gegen Schellackplatten ausgetauscht werden. Aber auch die Schellackplatten setzten sich als Zeitungsbeilage nicht durch, da diese zu häufig zerbrachen.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurden die Allgemeine Nachrichten als eine der ersten Zeitungen verboten. Doch die Redakteure gaben nicht auf und arbeiteten aus Berliner Kellern weiter, um der Bevölkerung die Aufen zu öffnen. Die beschränkten Vervielfältigungsmöglichkeiten reduzierten den Effekt jedoch deutlich, so dass das Redaktionsteam als Ghostwriter für die Widerstandsbewegung und die Alliierten weiterarbeitete.

Nach Kriegsende wurde die Allgemeine Nachrichten als eine der ersten Zeitungen bereits im Herbst 1945 vom Alliierten Kontrollrat wieder zugelassen. Verleger Wilhelm Satyricon war es nicht vergönnt, den Neustart mitzuerleben, er war 1939 im Alter von 88 Jahren beim Pokerspiel mit dem im Exil lebenden Wilhelm II im Haus Doorn einem Herzinfarkt erlegen, nachdem der Ex-Kaiser seinen Vierer mit einem Royal Flush ausgestochen hatte. Das Schicksal der Zeitung lag nun in den Händen von Anton Satyricon, der den Verlag von seinem Vater geerbt hatte. Als einer der großen Verleger seiner Zeit blieb Anton Satyricon jedoch zeitlebens eher im Hintergrund und agierte weit weniger öffentlich, als seine Freunde Rudolf A. und Henry N.. Die Auflage der Allgemeine Nachrichten nahm bis in die 90er Jahre beständig zu, erreichte aber nicht mehr das Niveau der Kaiserzeit.

2011 schließlich verlegte die Redaktion die Zeitung komplett online und blickt nun einer neuen Zukunft entgegen, in der man sich der Prinzipien von einstmals erinnert: Unabhänger, Überparteilicher, Ehrlicher, Besser.

 

 

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