ADAC ruft Trophäen des Autopreises Gelber Engel zurück

Werbung

Der ADAC ruft mit sofortiger Wirkung die Trophäen der Gelber-Engel Wahl zur Demontage zurück.
Der ADAC ruft mit sofortiger Wirkung die Trophäen der Gelber-Engel Wahl zur Demontage zurück.

(an) Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) gab heute auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz in der Club-Zentrale in München am Vormittag bekannt, dass nunmehr alle Gelben Engel Auszeichnungen zurückgerufen werden.

Nachdem BMW, Mercedes und Volkswagen bereits die Rücksendung von 40 Trophäen der letzten Jahre angekündigt haben, blieb dem ADAC nach Aussagen von Branchen-Kennern keine andere Wahl, als einen allumfassenden Rückruf der Trophäen durchzuführen. Auch das Kraftfahrtbundesamt war bereits auf die mangelhafte Sicherheit für Marketingerfolge der Kfz-Hersteller durch die Gelber Engel Trophäen aufmerksam geworden und hatte eine Intervention nicht mehr ausschließen wollen.

Vom Rückruf betroffen sind sämtliche Trophäen, die im Rahmen der Preisverleihungsveranstaltungen der Jahre 2005 – 2014 ausgegeben wurden. Da die Manipulationen an den Ergebnissen nicht bis zum Anfang des Preises nachvollzogen werden könne, müsse nun davon ausgegangen werden, dass von Anfang an die Trophäe nur den reinen Materialwert von 21 Euro hatte und für das Marketing mit dieser Auszeichnung ein gewisses Explosionspotenzial bestanden habe.

Aufgrund der Enthüllungen der letzten Wochen sei den Preisträgern der Anblick der über die Jahre in falsche Hände geratenen Auszeichnungen nicht mehr zuzumuten. Nachdem durch die unabhängigen Prüfer erst vor wenigen Tagen weitere unangenehme Details über den Ausmaß der Manipulationen öffentlich geworden waren, habe sich der ADAC dazu entschlossen, den Preis nunmehr aus seiner Verbandsgeschichte zu streichen.

 

Der ADAC ruft mit sofortiger Wirkung die Trophäen der Gelber-Engel Wahl zur Demontage zurück.
Der ADAC ruft mit sofortiger Wirkung die Trophäen der Gelber-Engel Wahl zur Demontage zurück. (Bild: ADAC)

 

„Wir bitten sämtliche Preisträger der letzten Jahre“, wird ADAC Werkstattleiter Fred Untermeir zitiert, „die Auszeichnungen sofort nach München in die ADAC Zentrale zu bringen. Dort werden die Trophäen in unserer Werkstatt professionell demontiert und der Wiederverwertung im Rahmen der Rohstofftrennung zugeführt.“ Durch die Vergabe der Preise in immer mehr Klassen hatte der ADAC versucht, jeden Automobilhersteller nach einem geheimgehaltenen Schlüssel entsprechend der Anzeigen- und Sponsoringerlöse ein Marketinginstrument zur Verfügung zu stellen. So wird nun mit über einer Tonne Acryl und Kunststoffen gerechnet, wenn alle Trophäen verwertet wurden.

Brancheninsider berichten, die Trophäen seien aufgrund ihres massiv gesunken Wertes bei einigen Automobilherstellern bereits als Türstopper und Briefbeschwerer genutzt worden. Bei aufbrausenden PR-Verantwortlichen soll der eine oder andere Preis auch als Wurfgeschoss ein vorzeitiges Ende erfahren haben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen